Schöpfungsgeschichte, letzter Akt
Im Himmel
wälzt sich ein
vereinsamter
GOTT
in vergorenem Saft
von Paradiesäpfeln,
Gelegentlich lallt er,
nun müsst ihr
die Welt verstehen.
Macht daraus,
was ihr wollt.
Aber
keiner hört noch
auf ihn.
Das Freitagsgedicht (28)
Das Freitagsgedicht (27)
Euterpes Schicksal
Als aber die muse der poesie
die schwangerschaften nicht mehr zählen konnte
und die dichter die sie geküsst
begann ihr leib in die breite zu gehen
Alsbald kam sie durch keine tür mehr
das war die zeit
als die vernunft ihre rolle mit übernahm
Im letzten klaren bergsee
schwimmt sich noch immer
die einsame muse
ihre ringe von den hüften
Wer sie küssen will
muss
ins kalte wasser springen
Als aber die muse der poesie
die schwangerschaften nicht mehr zählen konnte
und die dichter die sie geküsst
begann ihr leib in die breite zu gehen
Alsbald kam sie durch keine tür mehr
das war die zeit
als die vernunft ihre rolle mit übernahm
Im letzten klaren bergsee
schwimmt sich noch immer
die einsame muse
ihre ringe von den hüften
Wer sie küssen will
muss
ins kalte wasser springen
Das Freitagsgedicht (26)
niemandsland
Bevor die
menschen sie
mit dem namen
raben versahen
sangen sie
gehüllt in den umhang
aus nachtschwärze
tage
ohne stundenschlag
die alten raben sagen
die tage
des kahlfressenden
homo sapiens
seien gezählt
sein land
werde wieder niemandes
oder
aller land sein
erfüllt vom gesang
namenloser
Aussortiertes, zwischengesichtert
Slov ant Gali: Tertiär
Einmal wird selbstverständlich sein
dass aus demselben Stoff
der grelles Grau und Schwarz
meinerzeits
zu weichender Wärme wandelte
auch Diamanten werden
so
wie die Braunkohlenmenschen um ich herum
zu Brillanten wurden
die hinter dem Licht
das wir heute kennen
lebenswerte Welten
vermessen
Der Stoff
auf dem ich mir
das ausmale
verschwindet
in leerem Raum
unter noch
grünträchtigem acker
warte ich
auf Nutzen
als Anthrazit
... aus aktuellem anlass ...
In einem spiegelkabinett
steht ganz adrett
und einsam er,
der redakteur,
und leidet unter großer qual,
weil gerade ihm sein chef befahl:
das dumme volk, das das nicht weiß,
braucht schleunigst einen topbeweis,
dass gauckelchen der beste ist
dem aus der hand es kniend frisst
und den es liebt
wie´s auf der welt das selten gibt.
Der redakteur der weiß genau,
hat mann noch grips und grips die frau,
würd man es tunlichst bleiben lassen,
solch beelzebub gar anzufassen.
von liebe ist da keine rede
bei denen, die nicht völlig blede.
Doch wahr ist wahr und chef ist chef
erlaubt mir nicht, dass ich laut kleff
was meinung wird in diesem land
ist das, was man geschrieben fand
in meinem geistentleerten blatt
weil geld es schon entschieden hat
Der redakteur sieht spiegel eins
ein gegenwort bekommt er keins,
sieht spiegel über, neben sich
und alle sind gar einiglich:
das volk verlangt nach solchen gaben
es will den gauck zum vor-bild haben
In einem spiegelkabinett
steht ganz adrett
und einsam er,
der redakteur,
und hat nun endlich klar erkannt:
den gauckel-vormund braucht das land
Millionär ...
Das ist nun doch etwas nicht Alltägliches: Das Wort-Kultur-Blog wird aller Voraussicht nach in den nächsten Stunden zum 1 000 000. Mal angeklickt. Noch nicht so viele Besucher (grins), aber Klicks eben. Also auf die Tische mit dem virtuellen Schampus!!! Zur Feier des Tages erinnere ich an eines meiner absoluten Lieblingsbücher ... selbst, wenn der Text nicht als "Rezension" durchgehen sollte ...
Das Freitagsgedicht (25)
Von der Relativitätstheorie
Gehen wir nebeneinander
vergeht uns die Zeit
gleich schnell
Flög ich raketenschnell
altertest du
von mir weg
Flög ich schneller
als das Licht
könnte ich
bei deiner Geburt helfen
das ginge nicht
heißt es
Du sagst
ich sei
wie das Licht
für dich
Trotzdem gehe ich
gleich langsam
neben dir her
Gehen wir nebeneinander
vergeht uns die Zeit
gleich schnell
Flög ich raketenschnell
altertest du
von mir weg
Flög ich schneller
als das Licht
könnte ich
bei deiner Geburt helfen
das ginge nicht
heißt es
Du sagst
ich sei
wie das Licht
für dich
Trotzdem gehe ich
gleich langsam
neben dir her
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