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Es ist vorbei

Danke, lieber Alois, dass es dich gegeben hat. In der letzten Nacht habe ich im Halbschlaf eine lange Trauerrede gehalten. Ich weiß nicht, ob du mit der zufrieden gewesen wärst. Eine vielleicht zu persönliche. Dass du mir wichtig warst, hast du wohl gemerkt ... Sagen wir so: Hans Hackensellner ist gestorben. Viele Kinder, Enkelinnen ... und so ... werden mit ihrem Schmerz leben, den der Tod eines Seniors, der erwartete, eben so mit sich bringt. Alois Hallner aber ist nicht alt geworden. Der starb auch noch nicht. Der bleibt zum Beispiel mir erhalten. Der schaut mir noch für Jahre über die Schultern. Behauptet, dass ich wieder etwas zu nachlässig gemacht habe. Bei anderen sei ich so kritisch ... warum nicht bei mir. Und er wird mir erklären, was ich bei Anderen längst gemerkt hätte.
Aber so ganz kann der Geist den Menschen nicht ersetzen. Dieser Mensch war eben ein echter Freund. Verdammt eigensüchtig formuliert: Mein Freund. Also wiederhole ich Danke ...

Guten Morgen?

Etwas zittern die Finger. Der Puls flackert. Flicken des Telefongesprächs von eben tanzen wirr durcheinander. Mehrmals die Frage, ob ich richtig verstanden habe. Also akustisch. Dem Sinn nach wollte ich wohl nicht glauben.
Besser heute als morgen sterben. Also ich durchdenke schon mehrere Tage, wie ichs mache. Eine Tüte übern Kopf oder wie. Das Nachher ist mir egal. Nur das Sterben.
Ach Alois ...
Und dann die Ansage, in einer Stunde sprechen wir über Donnerstag. Alles wie normal, nur verspätet ...