In der Ich-Form schreiben …(2)

Blieb Marie.
Kann ich das? Einen Stil, der dieser Persönlichkeit, dieser überdrehten Jugendlichen entspräche, zu finden und durchzuhalten? Doch dann fiel mir eines auf: Sie erzählt ja nicht als Schülerin, sondern als etwa 26jährige. Da ist selbst ein Teil ihrer die Story voran treibende Unbekümmertheit verloren gegangen. Sie hat in den vorangegangenen zehn Jahren mehr durchgemacht und erlebt als 100 normale im ganzen Leben nicht. Und sie ist Marie geblieben … also ein Stück von der, die gegen ihre Lehrerin rebelliert. Sie kann also in etwa genau wiedergeben, was sie vor etwa 10 Jahren am Tisch bei Jens gesagt hat. In etwa … Ihr Stil muss aber philosophischer geworden sein als nur hingerotzt.
Marie hatte noch einen anderen Vorzug: Sie durfte in der Haupthandlungszeit unbekümmert handeln. Die echten Kugelbesitzer waren durch ihr Alter zu rationaler Vernunft verurteilt, konnten also nur unter der manipulierenden Wirkung der Kugeln Dinge tun, die „MAN“ nicht macht. Und so geradlinig hätten sie auch erzählen müssen. Marie durfte ich keinen Ausrutscher in die eine wie die andere Richtung verübeln: „Na und? Ist doch nichts passiert!“ wäre ihre Antwort.

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