Eitelkeit

Künstler sind eitel. Das ist normal. Die, die behaupten, ihnen liege nichts an der Anerkennung durch andere, kokettieren mit der Hoffnung, sie über den Umweg über diese Äußerung vielleicht doch zu gewinnen.
Gestern kam ich mir aber wie ein Superpfau vor:
Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Autoren gelesen haben. Auf jeden Fall war die Zahl zweistellig. Jeder durfte bis 4 Minuten lesen, so 2-3 Gedichte. Ich hatte umdisponiert und zu meinen ursprünglich zwei noch ein drittes, besonders vortragstaugliches Gedicht aus "worträume" ausgewählt. Das Buch hatte ich ja mit. Dass die Wirkung meiner drei Gedichte (höchste Aufmerksamkeit, spontaner Sonderbeifall für jedes einzelne Gedicht, eine Zuhörerin, die nach Lesungsschluss auf mich zustürmte, um dieses Buch zu erwerben) so extrem sein war, versetzte mich in einen richtigen positiven Taumel. Da kam mehr rüber als "nur" Spaß am Vortrag. Und - wie gesagt - ich war der einzige "Herausgehobene" (wobei einige der Lesenden einfach insofern "versagten", dass sie echte "Lese-Gedichte" anboten, ohne überdurchschnittliche Rezitationstalente zu besitzen).
Pfau, Pfau, Pfau!!!
Sollte mein Selbstbewusstsein so mikroskopisch sein, dass ich mich in einem solchen zum Erfolg aufgeblähten Erlebnis suhlen muss?! Wahrscheinlich ja.
Zur gleichen Zeit lasen übrigens weltweit Dichter für den Frieden. Die unsere war insgesamt gelungen, allerdings  nicht vergleichbar mit jener wunderbaren im selben Haus mit Bernard Mayo und mehr Lateinamerikanern.

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