26.10.2011

Manchmal liegen oben und unten besonders eng beieinander. Dieser Montag war so ein Tag. Irgendwo im Halbschlaf fischte mich eine Idee, wie sich das Komodo-Projekt weiterentwickeln ließe zu etwas wirklich Belletristischem (heute würde man auch das wohl Roman nennen). Eine eigentlich simple und eben deshalb geniale Idee, die ich noch nicht aufzuschreiben wage. Da heißt es „machen“. Zuvor aber noch die Komodo-Idee in solche Form bringen, dass ich mich außer der besten Freundin gegenüber, vor der ich sowieso nichts geheim halten könnte und würde, auch noch beliebigen anderen Zeigen kann. Und das Lyrik-Buch „worträume 2.0“ wird sich noch Eingriffe gefallen lassen müssen, bevor es „fertig“ ist … neben dem lästigen Steuerzeug also genug Zeug, um alle Tage zu verlängern. Aber was ist? Die totale Schlappigkeit schlägt zu, dass ich wegen Gesundheitsschwäche Termine absagen muss(te).
Dazu Peinlichkeiten: Montag war Vorstandssitzung vom VS Brandenburg, diesmal in Frankfurt (Oder), danach öffentliche Kleist-Lesung des Verbandes. Logisch: Da musste ich dabei sein. Aber schon der Start ging daneben. Anstatt frühzeitig loszufahren, um übers Finanzamt den ersten Punkt „erledigt“ in die persönliche „To-do-Liste“ setzen zu können, merkte ich an der Straßenbahnhaltestelle, dass ich keine Brieftasche eingesteckt hatte. Also zurück. Einziger Pluspunkt: Ich konnte mich wärmer anziehen. Nun also nach Frankfurt. Beim Übertragen der Einladungsmail in meinen Kalender hatte ich zwei Orte gründlich vermischt. Somit stand ich 19 Minuten vor Sitzungsbeginn in der Großen Oder-Straße hinter einem Studentenhochhaus mit Nummer 50 in der Hoffnung, einen Weg zu Nummer 71 zu finden. Eine halbe Stunde später torkelte ich entkräftet in die Gegenrichtung, aufgeladen mit Erfahrungen, die sich nur für Slapstick-Nummern eigneten, schwankend zwischen dem einzigen konstruktiven Rat, im Rathaus zu fragen und total deprimiert die Suche abzubrechen. Nein, ich habe noch dran gedacht, dass es mitunter doch Momente gibt, wo auch mir ein Handy gut getan hätte …
Wider jede Erwartung kam ich mit einer ¾ Stunde Verspätung noch bei der Sitzung an. Dort machte ich wahrlich keinen guten Eindruck und wurde vor der Lesung zum Bahnhof gefahren (im Mailfach erwartete mich bereits die besorgte Nachfrage der Vorsitzenden, ob ich auch wirklich angekommen sei …) Sagen wir es vorsichtig: Kopfschmerzen verbinden sich mit einem Gesamtzustand, den Menschen mit gewaltsamem Schlafentzug kennen (ich schlief aber nur wenig schlecht). Als Sahnehäubchen erfuhr ich nun noch, dass die Lesung die erste Verbandslesung war, bei der es wirklich einen Unterschied gemacht hätte, wäre ich als Zuhörer da gewesen. So verfolgt mich die Frage, wen ich wann am meisten enttäuschen muss. (Anstatt erfolgsgerichtet loszustürmen …)
Na denn ...

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